18. April 2005 - Präsentation des neuen K4500



Es fühlte sich fast wie eine geschlossene Gesellschaft an. Neben Journalisten und Hobbyisten fanden sich nur sehr wenige Bürger auf dem Neumarkt ein, um den neuen Wagen genauer unter die Lupe zu nehmen. Die meisten Menschen dürften an einem Werktag um die Mittagszeit einer anderen Tätigkeit nachgegangen sein.

Beworben wurde der öffentliche Teil der Präsentation ohnehin nicht. Wer nicht für die Presse tätig war, bekam den Termin nur über einschlägige Foren der Hobbyszene mit. Und so machten die Lauftexte auf den Anzeigern am Bahnsteig stattdessen fleißig Werbung für die Rheinseilbahn. Anscheinend wollte man ohne die Öffentlichkeit bleiben, wenn der neuen K4500 der Öffentlichkeit vorstellt würde.

Die Fans und Hobbyisten mussten sich erst einmal in Geduld üben. Zuvor wurde auf einer geschlossenen Veranstaltung auf dem Betriebshof Merheim der neue Wagen der Presse gezeigt – das sogenannte „Roll Out“. Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma fuhr anschließend den Triebwagen 4501 persönlich von Merheim bis zum Neumarkt. Auf der Nordseite angekommen hielt Fritz Schramma eine kurze Ansprache über die Außenlautsprecher und übergab den Wagen anschließend den Kölnerinnen und Kölnern. Viel war von der Rede allerdings nicht zu verstehen. Endlich gingen die Türen auf.

Da die K5000 schnell zu billigen Rumpelkisten avancierten, war meine Befürchtung groß, dass es beim K4500 ähnlichen werden würde.

Die Inneneinrichtung wurde wie beim K5000 hell und freundlich gestaltet. Die Sitzanordnung und Stellflächen wurden ebenfalls adaptiert. So finden Kinderwagen, Fahrräder und Rollstuhlfahrer auf Anhieb einen Platz. Beim K4000 befanden sich an gleicher Stelle vier Klappsitze, die in der Praxis selten freigemacht wurden. Positiv sind mir die neuen Haltestellenanzeigen aufgefallen, von denen es nun 4 statt bisher 2 gibt. Im K5000 sitzen die meisten Fahrgäste von den Anzeigern abgewendet.

Das auffälligste an dem Wagen ist jedoch ein fast 2,50 Meter langes Mittelteil. Dieses wurde notwendig, da man in der Wagenmitte zu Drehgestellen zurückkehren wollte. Dadurch erhöht sich nicht nur die Laufruhe des Wagens, sondern auch der Boden. Von den beiden Mitteltüren geht es über kleine Rampen in das sogenannte C-Teil, das zwischen den beiden Portalen liegt. Hier befinden zwei Vierersitzgruppen, bei denen sich die Fahrgäste gegenüber sitzen. Dafür musste jedoch der Fahrkartenautomat in das B-Teil des Zuges versetzt werden. Kunden, die Fahrkarten im dem Vorkauf erworben haben, müssen weiterhin die Fahrkartenentwerter suchen: pro Fahrzeug hat man es, wie bisher, bei zwei Entwertern belassen. Zur Verbesserung des Fahrgastflusses hätte ich mir mindestens einen Entwerter pro Eingang gewünscht.

Mit dem Ende der Besichtigung wurde den Gästen ein kurze Rundfahrt zum Aachener Weiher (Wendeschleife Molktestraße) und zurück angeboten. Langsam und ruhig fuhr der Triebwagen durch die engen Kurven des Neumarkts und in mäßigem Tempo die Aachener Straße hinab. Für ein abschließendes Urteil reichte das allerdings noch nicht aus.